| Veranstaltung: | Landesschüler*innenparlament der Gemeinschaftsschulen 26.1 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Paul Neubauer |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.02.2026, 11:27 |
A5: Einführung von Finanzbildung als verpflichtendes
Antragstext
Die zuständigen Gremien und das Ministerium für Allgemeine und Berufliche
Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein werden
aufgefordert, Finanzbildung als eigenständiges und verpflichtendes
Unterrichtsfach in den Lehrplänen aller allgemeinbildenden Schulen des Landes
Schleswig-Holstein einzuführen.
Das Fach soll altersgerecht ab der Siebten Klasse unterrichtet werden und
grundlegende Kompetenzen in den Bereichen persönliche Finanzplanung,
Verbraucherrechte, Versicherungen, Steuern, Kreditwesen, Altersvorsorge sowie
wirtschaftliche Grundzusammenhänge vermitteln.
Zudem sollen praktische Alltagskompetenzen wie Vertragsabschlüsse, Umgang mit
digitalen Zahlungsmitteln und Schutz vor Überschuldung integraler Bestandteil
des Unterrichts sein.
Die Landesregierung wird aufgefordert, hierfür entsprechende Lehrpläne zu
entwickeln und Lehrkräfte fortzubilden.
Begründung
Finanzielle Entscheidungen betreffen junge Menschen bereits früh, etwa bei Online-Käufen, Verträgen, Versicherungen oder dem ersten eigenen Einkommen. Dennoch fehlt im Bildungssystem Schleswig-Holsteins bislang eine systematische und verbindliche Vermittlung grundlegender Finanzkompetenzen.
Zwar existiert mit dem Fach Wirtschaft/Politik (WiPo) bereits ein Unterrichtsbereich mit wirtschaftlichen Inhalten. In der schulischen Praxis liegt der Schwerpunkt dort jedoch überwiegend auf politischer Bildung und Berufsorientierung. Themen der persönlichen Finanzbildung – wie Budgetplanung, Kredite, Versicherungen, Steuern oder Altersvorsorge – werden dagegen meist nur am Rande oder punktuell behandelt.
Ein verpflichtendes Fach Finanzbildung würde sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Elternhaus die notwendigen Kenntnisse für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld und Verträgen erwerben. Dadurch werden Verbraucherkompetenz, finanzielle Selbstständigkeit und langfristige Vorsorgefähigkeit gestärkt.
Die Einführung eines eigenständigen Unterrichtsfachs ist daher ein sinnvoller Schritt, um bestehende Lücken in der schulischen ökonomischen Alltagsbildung zu schließen und junge Menschen besser auf das Erwachsenenleben vorzubereiten
